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← Zurück zur Übersicht Deutsch Klasse 7–9

Inhaltsangabe schreiben: Aufbau, Regeln und Beispiel für Klasse 7 bis 9

Die Inhaltsangabe gehört zu den wichtigsten Schreibformen im Deutschunterricht. Sie wird in Klasse 7 eingeführt und begleitet Schüler*innen bis zum Abitur – als eigene Aufgabe oder als erster Teil einer Textanalyse. Ihr Ziel: Jemand, der den Text nicht kennt, soll nach dem Lesen wissen, worum es geht.

Die Grundregeln

  • Präsens: Die Inhaltsangabe steht im Präsens, Vorzeitiges im Perfekt.
  • Sachlich: Keine Spannung, keine Ausschmückung, keine eigene Meinung.
  • Keine wörtliche Rede: Wichtige Äußerungen werden in indirekter Rede oder umschrieben wiedergegeben.
  • Eigene Worte: Keine Zitate, keine abgeschriebenen Sätze.
  • Knapp: Nur das Wesentliche, in der richtigen Reihenfolge der Handlung.

Der Einleitungssatz

Er enthält: Textsorte, Titel, Autor*in, Erscheinungsjahr (falls bekannt) und das Thema in einem Satz. Beispiel: „In der Kurzgeschichte ‚Das Brot‘ von Wolfgang Borchert aus dem Jahr 1946 geht es um ein älteres Ehepaar, bei dem die Frau eine nächtliche Lüge ihres Mannes durchschaut und aus Liebe mitträgt.“

Das Thema ist nicht die Handlung, sondern das, worum es im Kern geht – hier: Liebe und Rücksicht in Zeiten der Not.

Der Hauptteil

Hier wird die Handlung in den wichtigsten Schritten zusammengefasst. Hilfreich ist, den Text vorher in Sinnabschnitte zu gliedern und für jeden Abschnitt einen Satz zu formulieren. Zusammenhänge sollten deutlich werden: Warum handelt eine Figur so? Was folgt daraus? Konjunktionen wie „weil“, „deshalb“, „obwohl“ helfen dabei.

Der Schluss

Der Schluss ist nicht in jeder Schule vorgesehen. Wenn ja, kann er eine kurze Deutung, die Absicht des Autors oder eine begründete Einschätzung enthalten – deutlich vom Hauptteil getrennt.

Wörtliche Rede umformen

Aus „‚Ich habe nichts gehört‘, sagte er“ wird: Er behauptet, er habe nichts gehört. Dafür braucht man den Konjunktiv I. Alternativ kann man umschreiben: Er streitet ab, etwas gehört zu haben. Beide Varianten sind korrekt.

Was nicht hineingehört

  • Ausschmückende Adjektive und Spannungsaufbau („Plötzlich, mitten in der Nacht …“).
  • Nebensächliche Details.
  • Eigene Bewertungen im Hauptteil („Das finde ich traurig“).
  • Zitate aus dem Text.

Checkliste vor der Abgabe

  • Enthält der Einleitungssatz Textsorte, Titel, Autor, Jahr und Thema?
  • Steht alles im Präsens?
  • Ist die wörtliche Rede umgeformt?
  • Wird die Handlung in der richtigen Reihenfolge und mit Zusammenhängen wiedergegeben?
  • Ist der Text sachlich und in eigenen Worten geschrieben?

Wie lang sollte eine Inhaltsangabe sein?

Eine Faustregel: etwa ein Drittel bis ein Viertel der Länge des Originaltextes – bei Kurzgeschichten oft eine halbe bis eine Seite. Wichtiger als die Länge ist aber, dass alle wesentlichen Schritte der Handlung enthalten sind.

Die Inhaltsangabe als Baustein

In höheren Klassen wird die Inhaltsangabe Teil größerer Aufgaben: der Textanalyse, der Interpretation, der Erörterung. Wer sie sicher beherrscht, hat eine solide Grundlage für alle diese Aufgaben – und verliert beim Einstieg keine Punkte.

Teste dich selbst

  1. Welche Zeitform hat die Inhaltsangabe? – Lösung: Präsens.
  2. Forme um: „Ich komme später“, sagt Lea. – Lösung: Lea sagt, sie komme später.
  3. Gehört „Plötzlich hörte man einen lauten Knall!“ in eine Inhaltsangabe? – Lösung: Nein – zu spannungserzeugend; sachlich: „Ein Knall ist zu hören.“
  4. Nenne drei Angaben des Einleitungssatzes. – Lösung: z. B. Textsorte, Titel, Autor (dazu Jahr und Thema).

Übungsblätter zu diesem Thema

Mit LocalAce erstellst du dir Übungsblätter genau zu diesem Thema – passend zu deiner Klassenstufe, mit Lösung zum Selbstkontrollieren. Hast du deine Lösung fertig, prüft der Corvi Hausaufgaben-Check sie per Foto.

Häufige Fragen (FAQ)

Welche Zeitform hat eine Inhaltsangabe?
Das Präsens. Handlungen, die vor der aktuellen Handlung liegen, stehen im Perfekt.
Darf ich in der Inhaltsangabe zitieren?
Nein. Die Inhaltsangabe gibt den Inhalt in eigenen Worten wieder. Zitate gehören in die Analyse oder Interpretation.
Was gehört in den Einleitungssatz?
Textsorte, Titel, Autor*in, Erscheinungsjahr und das Thema des Textes.

Alle Übungsblätter nach Fach und Klasse findest du in der Übersicht.

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