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Indirekte Rede und Konjunktiv I: So gibst du Aussagen richtig wieder

In Inhaltsangaben, Berichten und Zeitungstexten werden Aussagen anderer wiedergegeben – aber nicht wörtlich, sondern in indirekter Rede. Dafür braucht man den Konjunktiv I. Viele Schüler*innen tun sich damit schwer, weil der Konjunktiv im Alltag kaum noch verwendet wird. Mit ein paar Regeln gelingt er aber sicher.

Wozu indirekte Rede?

Die indirekte Rede zeigt, dass eine Aussage von jemand anderem stammt – ohne sie wörtlich zu zitieren. Der Schreiber macht sich die Aussage nicht zu eigen. Deshalb ist sie in Zeitungen, Inhaltsangaben und Protokollen unverzichtbar.

Den Konjunktiv I bilden

Der Konjunktiv I wird vom Stamm des Infinitivs gebildet, mit den Endungen -e, -est, -e, -en, -et, -en.

  • kommen: er komme, sie kommen
  • haben: er habe, sie haben
  • sein (unregelmäßig): ich sei, du seiest, er sei, wir seien, ihr seiet, sie seien

Beispiel: Tom sagt: „Ich habe keine Zeit.“ → Tom sagt, er habe keine Zeit.

Wenn Konjunktiv I und Indikativ gleich sind

In manchen Formen, vor allem im Plural, ist der Konjunktiv I nicht vom Indikativ zu unterscheiden: „sie haben“ ist beides. Dann wird der Konjunktiv II als Ersatz verwendet: Die Schüler sagen, sie hätten keine Zeit. Ist auch der Konjunktiv II nicht eindeutig oder klingt altmodisch, verwendet man „würde“ + Infinitiv: Sie sagen, sie würden morgen kommen.

Die Zeitstufen

  • Gegenwart: „Ich lerne.“ → Er sagt, er lerne.
  • Vergangenheit: „Ich habe gelernt.“ / „Ich lernte.“ → Er sagt, er habe gelernt.
  • Zukunft: „Ich werde lernen.“ → Er sagt, er werde lernen.

Wichtig: Alle Vergangenheitsformen werden in der indirekten Rede mit „habe/sei“ + Partizip wiedergegeben.

Pronomen und Angaben anpassen

Aus „ich“ wird „er“ oder „sie“, aus „mein“ wird „sein“ oder „ihr“. Auch Orts- und Zeitangaben ändern sich, wenn der Standpunkt wechselt: „hier“ wird zu „dort“, „heute“ zu „an diesem Tag“, „morgen“ zu „am nächsten Tag“.

Fragen und Aufforderungen

Fragen werden mit „ob“ oder dem Fragewort eingeleitet: „Kommst du mit?“ → Sie fragt, ob er mitkomme. „Wann beginnt der Film?“ → Er fragt, wann der Film beginne. Aufforderungen mit „sollen“ oder „mögen“: „Komm her!“ → Sie sagt, er solle herkommen.

Mit oder ohne „dass“

Beide Formen sind möglich: „Er sagt, er sei krank“ oder „Er sagt, dass er krank sei“. Mit „dass“ steht das Verb am Ende.

Ein Beispiel aus der Inhaltsangabe

Originaltext: „Ich gehe heute nicht zur Schule“, sagte Max, „weil ich Bauchschmerzen habe.“ Indirekte Rede: Max erklärt, er gehe an diesem Tag nicht zur Schule, weil er Bauchschmerzen habe.

Typische Fehler

  • Indikativ statt Konjunktiv: „Er sagt, er hat keine Zeit.“
  • „würde“ überall verwenden, auch wo der Konjunktiv I eindeutig ist.
  • Pronomen nicht angepasst: „Er sagt, ich sei krank.“
  • Zeitangaben nicht angepasst.

Teste dich selbst

  1. „Ich bin müde“, sagt Max. – Lösung: Max sagt, er sei müde.
  2. „Wir haben Hunger“, sagen die Kinder. – Lösung: Die Kinder sagen, sie hätten Hunger (Ersatzform).
  3. „Ich habe gewonnen“, ruft Lea. – Lösung: Lea ruft, sie habe gewonnen.
  4. „Kommst du mit?“, fragt Tom. – Lösung: Tom fragt, ob er/sie mitkomme.

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Häufige Fragen (FAQ)

Wann verwendet man den Konjunktiv II in der indirekten Rede?
Wenn der Konjunktiv I mit dem Indikativ übereinstimmt, zum Beispiel im Plural: „sie haben“ wird zu „sie hätten“.
Ist „würde“ in der indirekten Rede falsch?
Nicht falsch, aber nur als Ersatz, wenn Konjunktiv I und II nicht eindeutig sind. In gutem Stil wird zuerst der Konjunktiv I verwendet.
Wie gibt man Fragen indirekt wieder?
Mit „ob“ bei Ja-Nein-Fragen oder mit dem Fragewort: „Sie fragt, ob er mitkomme.“

Alle Übungsblätter nach Fach und Klasse findest du in der Übersicht.

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