Zitieren ist kein Selbstzweck. Es zeigt, woher dein Wissen stammt, macht deine Arbeit überprüfbar und trennt deine eigenen Gedanken sauber von denen anderer. Wer hier ungenau ist, verliert Punkte – und riskiert im schlimmsten Fall den Vorwurf eines Plagiats. Die gute Nachricht: Die Regeln sind überschaubar.
Ein direktes Zitat übernimmt eine Stelle wörtlich. Es steht in Anführungszeichen und bekommt eine Quellenangabe mit Seitenzahl. Der Wortlaut muss exakt stimmen – einschließlich Rechtschreibung, auch wenn sie veraltet ist.
Beispiel: „Die Erwärmung der Flüsse verändert die Laichzeiten vieler Fischarten deutlich.“ (Müller 2021, S. 14)
Lässt du Wörter weg, markierst du das mit eckigen Klammern und drei Punkten: […]. Ergänzt du ein Wort, damit der Satz verständlich bleibt, steht es ebenfalls in eckigen Klammern. Der Sinn des Originals darf dabei nicht verändert werden.
Beispiel: „Die Erwärmung […] verändert die Laichzeiten vieler Fischarten deutlich.“ (Müller 2021, S. 14)
Bei einer sinngemäßen Wiedergabe gibst du einen Gedanken in eigenen Worten wieder – ohne Anführungszeichen, aber mit Quellenangabe, oft mit „vgl.“. Auch hier gehört die Seitenzahl dazu, damit man die Stelle findet. Wichtig: Die Wiedergabe muss das Original treffen, nicht zuspitzen oder verkürzen.
Beispiel: Höhere Wassertemperaturen verschieben laut Müller die Laichzeit vieler Flussfische (vgl. Müller 2021, S. 14).
Es gibt zwei verbreitete Systeme: Kurzbelege im Text (Autor, Jahr, Seite – etwa nach APA oder Harvard) und Fußnoten mit der vollständigen oder verkürzten Angabe. Welches System du nutzt, gibt meist deine Schule, dein Seminar oder dein Lehrstuhl vor. Entscheidend ist, dass du durchgehend bei einem System bleibst.
Jede Quelle, die du im Text belegst, gehört ins Literaturverzeichnis – und nur diese. Es ist alphabetisch nach Nachnamen geordnet und enthält je nach Art der Quelle Autor, Jahr, Titel, Verlag oder Zeitschrift, Seiten und bei Online-Quellen Link und Abrufdatum.
Beispiel Buch: Müller, A. (2021). Flüsse im Wandel. Stuttgart: Beispielverlag.
Beispiel Zeitschrift: Schmidt, B. (2023). Lachse im Rhein. Zeitschrift für Gewässerkunde, 12(3), 45–58.
Jedes Zitat von Hand mit dem Original zu vergleichen, dauert bei einer längeren Arbeit Stunden. In der Schreib-Werkstatt von LocalAce fügst du dein Kapitel ein, und Corvi prüft jedes direkte Zitat per Programm auf Wortlaut und Seitenzahl in deinen hochgeladenen Quellen. Sinngemäße Wiedergaben gleicht er mit der angegebenen Stelle ab. Du bekommst eine Liste mit klaren Hinweisen – dein Text wird dabei nicht verändert und nicht gespeichert. So funktioniert die Zitat-Prüfung
Eine Arbeit, die nur aus aneinandergereihten Zitaten besteht, zeigt keine eigene Leistung. Faustregel: Direkte Zitate sparsam einsetzen – für Definitionen, besonders prägnante Formulierungen oder Stellen, die du genau analysierst. Den Großteil gibst du sinngemäß und in eigenen Worten wieder, verbunden durch deine eigene Argumentation. Gute Arbeiten erkennt man daran, dass zwischen den Belegen ein roter Faden sichtbar wird.
Der beste Schutz vor Zitierfehlern beginnt lange vor dem Schreiben. Notiere beim Lesen jede wichtige Stelle mit genauem Wortlaut und Seitenzahl, am besten direkt mit der vollständigen Literaturangabe. Wenn du Quellen in einer Werkstatt sammelst, die Kernaussagen mit Fundstelle anzeigt, hast du diese Notizen automatisch – und musst später nicht mehr suchen.
Ein Plagiat liegt vor, wenn du fremde Gedanken oder Formulierungen übernimmst, ohne sie als solche zu kennzeichnen. Das betrifft nicht nur wörtliche Übernahmen, sondern auch Paraphrasen, die nah am Original bleiben, ohne Quelle – und sogar die Übernahme einer fremden Gliederung oder Argumentationskette. Auch Übersetzungen fremdsprachiger Texte ohne Angabe zählen dazu.
Die meisten Plagiate in Schul- und Hausarbeiten entstehen nicht aus Absicht, sondern aus Unordnung: Notizen ohne Quellenangabe, kopierte Passagen, die später für eigene Formulierungen gehalten werden, vergessene Belege beim Überarbeiten. Deshalb ist die wichtigste Regel so einfach: Jede Notiz bekommt sofort ihre Quelle.
Die genaue Form hängt vom vorgegebenen Stil ab. Halte dich an das Muster deiner Schule oder deines Fachs – und bleib dabei.
Bei Fußnoten steht die Angabe dagegen unten auf der Seite: Beim ersten Nennen meist vollständig (Autor, Titel, Ort, Jahr, Seite), bei weiteren Nennungen verkürzt, etwa „Müller, Flüsse im Wandel, S. 14“ oder „ebd., S. 15“, wenn dieselbe Quelle direkt davor stand. Auch hier gilt: Ein System wählen und durchgehend beibehalten.
Richtig zitieren heißt: exakter Wortlaut bei direkten Zitaten, treffende Wiedergabe bei indirekten, immer eine Seitenzahl, ein einheitliches System und ein passendes Literaturverzeichnis. Notiere Belege schon beim Lesen – und prüf vor der Abgabe noch einmal alles durch.
Corvi gleicht dein Kapitel mit deinen Quellen ab – Wortlaut, Seite, sinngemäße Wiedergabe.
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