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d oder t, b oder p, g oder k? Mit der Verlängerungsprobe richtig schreiben

Am Ende eines Wortes klingen d und t, b und p sowie g und k gleich. „Hund“ wird gesprochen wie „Hunt“, „Korb“ wie „Korp“, „Zug“ wie „Zuk“. Für Kinder, die lautgetreu schreiben, ist das eine echte Falle. Die gute Nachricht: Mit einer einzigen Strategie lassen sich fast alle diese Wörter richtig schreiben.

Das Phänomen: Auslautverhärtung

Im Deutschen werden die Laute b, d und g am Wortende „hart“ ausgesprochen, also wie p, t und k. Sprachwissenschaftlich heißt das Auslautverhärtung. Die Schrift bewahrt aber die ursprüngliche Form – deshalb schreibt man „Hund“ mit d, obwohl man ein t hört.

Die Lösung: Verlängern

Die Verlängerungsprobe funktioniert so: Man verlängert das Wort, bis der fragliche Laut nicht mehr am Ende steht. Dann hört man ihn deutlich.

  • Nomen: Mehrzahl bilden – der Hund, die Hunde (d). Das Zelt, die Zelte (t).
  • Adjektive: Steigern oder mit Nomen verbinden – wild, wilder, das wilde Tier (d).
  • Verben: Grundform bilden – er lebt, leben (b). Sie fragt, fragen (g).

Beispiele zum Üben

Setze d oder t ein: Bil_, Zel_, Wal_, Mon_, Hem_. Verlängern ergibt: Bilder (d), Zelte (t), Wälder (d), Monde (d), Hemden (d). Und bei b oder p: Kor_ → Körbe (b), Kal_ → Kälber (b). Bei g oder k: Ber_ → Berge (g), Wer_ → Werke (k).

Auch mitten im Wort

Die Auslautverhärtung betrifft auch zusammengesetzte Wörter: „Handschuh“ – hier steckt „Hand“ drin, also d. „Bergwerk“ – „Berg“ wird zu „Berge“, also g. Kinder lernen so, Wörter in ihre Bausteine zu zerlegen – eine Fähigkeit, die für die gesamte Rechtschreibung nützlich ist.

Weitere Rechtschreibstrategien

Die Verlängerungsprobe ist eine von vier zentralen Strategien der Grundschule. Das Mitsprechen hilft bei lautgetreuen Wörtern (Oma, Hose). Das Ableiten erklärt ä und äu: Bäume kommt von Baum, also äu. Das Merken bleibt für Wörter, die sich keiner Regel fügen (Vater, Vogel, ihm). Wer diese Strategien kennt, muss nicht jedes Wort einzeln auswendig lernen.

Typische Fehler

  • Das Kind verlängert, spricht die Verlängerung aber undeutlich („Hunte“).
  • Das Kind wendet die Probe auf Wörter an, bei denen sie nicht nötig ist.
  • Bei Verben wird die falsche Form gebildet („er lebt – lebten“ statt „leben“) – beides funktioniert aber, solange der Laut zwischen Vokalen steht.

So üben Kinder am besten

Kurze Übungen mit fünf bis zehn Wörtern, bei denen das Kind die Verlängerung jeweils aufschreibt, sind wirkungsvoller als lange Diktate. Wichtig ist, dass die Strategie laut gesprochen wird – denn nur beim deutlichen Sprechen hört man den Unterschied. Wer die Probe oft genug angewendet hat, macht sie irgendwann automatisch im Kopf.

Zum Ausprobieren mit deinem Kind

  1. Hel_ – d oder t? – Lösung: Held (Helden).
  2. Ra_ – d oder t? – Lösung: Rad (Räder) – oder Rat (Räte); hier entscheidet die Bedeutung.
  3. Kor_ – b oder p? – Lösung: Korb (Körbe).
  4. Ber_ – g oder k? – Lösung: Berg (Berge).
  5. sie lob_ – b oder p? – Lösung: lobt (loben).

Übungsblätter zu diesem Thema

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Häufige Fragen (FAQ)

Ab welcher Klasse wird die Verlängerungsprobe gelernt?
Meist in Klasse 2, vertieft in Klasse 3. Sie begleitet Kinder aber bis in die weiterführende Schule.
Funktioniert die Probe immer?
Bei den allermeisten Wörtern ja. Einige wenige Ausnahmen, etwa „ab“ oder „und“, lassen sich nicht verlängern und müssen gemerkt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Verlängern und Ableiten?
Beim Verlängern macht man das Wort länger, um einen Laut am Ende zu hören. Beim Ableiten sucht man ein verwandtes Wort, um ä/e oder äu/eu zu entscheiden.

Alle Übungsblätter nach Fach und Klasse findest du in der Übersicht.

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